Umkämpfte Erinnerung – Die Weimarer Gesellschaft und der Krieg

Die Weimarer Gesellschaft und der Krieg

Was bleibt nach dem Krieg? Die jeweils individuellen Erinnerungen und Erfahrungen und das kollektive Gedächtnis einer Gesellschaft, gefütterte – nicht zuletzt – von einer „visuellen Erinnerungspolitik“. Und Filme sind ein bedeutender Teil der Erinnerungskultur einer Gesellschaft.

In diesem Themenbereich soll das politisch-gesellschaftliche Klima im Deutschland vor 1933 anhand ausgewählter Filmbeispiele, deren Handlung vor dem geschichtlichen Hintergrund des Ersten Weltkrieges bzw. der Weimarer Republik spielt, thematisiert werden. Im Mittelpunkt stehen dabei die Auseinandersetzungen um den Film „Im Westen nichts Neues“.  Wir diskutieren die Filme als beabsichtigte bzw. unbeabsichtigte Überlieferung von kollektiven Befindlichkeiten und politischen Überzeugungen. Diese Diskussion ermöglicht, Erkenntnisse zu gewinnen über die Atmosphäre in der Gesellschaft der Endphase der Weimarer Republik.

Die ausgewählten Filme können für den Geschichtsunterricht zugleich auch historische Darstellungen bzw. Konstruktion von geschichtlichen Ereignissen sein – hier der Ersten Weltkrieges. Siehe dazu die Ausführungen zum Thema „Keine Wege zum Ruhm. Das Grauen des Ersten Weltkriegs“.

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Die Filme

Beiträge und Dokumente


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Der Film „Im Westen nichts Neues“ erzählt die Geschichte des deutschen Soldaten Paul Bäumer, der sich wie seine gesamte Schulklasse freiwillig zum Einsatz im Ersten Weltkrieg meldet, an der Westfront die brutale Realität des Krieges erfährt, verwundet wird und schließlich kurz vor Kriegsende fällt.

Verfilmung von Ernst Johanssens Weltkriegsromans „Vier von der Infanterie“. Die episodische Handlung schildert den Frontalltag mehrerer Soldaten einer Kompanie, von denen lediglich die Hauptperson (Karl) mit Namen genannt wird. Ein anderer, der junge Student, beginnt eine Romanze mit der Französin Yvette und nimmt einen gefährlichen Botengang durch das Kampfgebiet auf sich, um sie zu treffen. Während Karl auf Heimaturlaub ist, kommt der Student bei einem Gefecht ums Leben. Daheim herrschen Not und Defätismus. Karl ertappt seine Frau bei einem Seitensprung mit einem jungen Mann, der sie mit Lebensmitteln versorgt. An die Front zurückgekehrt, wird er bei einem Großangriff der Franzosen tödlich verwundet. Der Leutnant, der als einziger den Kampf überlebt, verfällt dem Wahnsinn.

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  • Werner Sudendorf: Zensurkämpfe sind Machtkämpfe. In: IM WESTEN NICHTS NEUES – Materialien für die Bildungsarbeit. Reihe: Film und Literatur 1, hrsg. von Wolfgang Bartling, Detlef Endeward, Frank Hellberg, Walter Thiele  für die Landesmedienstelle Niedersachsen, Hannover 1994, S. 17-22
  • Detlef Endeward: Die Weimarer Gesellschaft und der Krieg. Anmerkungen zu Arbeit in der historischen Bildungsarbeit. In: ebenda, S. 84-88

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