Faschismus in Deutschland
Politik, Ökonomie und Alltag im Faschismus
Detlef Endeward (01/2026)
Im Zentrum dieser Materialien steht die Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Politik und Ökonomie im Faschismus sowie mit den politisch-ökonomischen Machtstrukturen, die faschistische Herrschaft ermöglichten und stabilisierten. Der Faschismus wird dabei nicht allein als ideologisches oder politisches Phänomen betrachtet, sondern als gesellschaftliche Herrschaftsform, die eng mit ökonomischen Interessen, Klassenverhältnissen und staatlichen Machtmechanismen verbunden war.
Darüber hinaus widmen sich die Materialien der Frage, wie der Alltag im Faschismus gestaltet war und wie Zustimmung, Akzeptanz und aktiver Rückhalt in großen Teilen der Bevölkerung entstehen konnten. Diese Perspektive wird insbesondere unter dem Aspekt kultureller Hegemonie verfolgt, also der Herstellung von Konsens durch Ideologie, Alltagspraktiken, Medien und kulturelle Ausdrucksformen.
Künftig soll zudem dem Widerstand gegen den Faschismus besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden. Ergänzend dazu befassen sich die Materialien mit dem faschistischen Terrorsystem in Deutschland und thematisieren dabei ausdrücklich die zugrunde liegenden sozio-ökonomischen Bedingungen.
Die Auseinandersetzung mit dem Holocaust und dem Zweiten Weltkrieg erfolgt in eigenständigen Themenbereichen. Dadurch wird es möglich, deren spezifische historische Dimensionen angemessen zu behandeln, ohne sie aus dem Gesamtzusammenhang faschistischer Herrschaft zu lösen.
Ausgehend von der Analyse ausgewählter Filme widmen sich diese Seiten unterschiedlichen Aspekten der Geschichte des Faschismus in Deutschland. Film wird dabei als historische Quelle, als Medium ideologischer Vermittlung und als Bestandteil gesellschaftlicher Deutungsprozesse verstanden. Auch die kritische Analyse nationalsozialistischer Propaganda im Film ist Teil dieses Themenfeldes.
Mit dieser inhaltlichen Akzentuierung ergänzen die Materialien die durch die Kerncurricula vorgegebenen Inhalte um zentrale gesellschafts- und herrschaftstheoretische Fragestellungen. Sie zielen darauf ab, ein vertieftes Verständnis dafür zu ermöglichen, wie es zum Faschismus kommen konnte, was den Faschismus als Herrschaftsform kennzeichnete und wie in der Nachkriegszeit in Deutschland mit dem „Erbe des Faschismus“ umgegangen wurde.
Faschismus in Deutschland
Warum sprechen wir von Faschismus
Texte zur Faschismusdiskussion in den 20er, 30er und 40er Jahren
Poltik und Ökonomie im Faschismus
- Die deutsche Industrie und der Faschismus
- IG Farben: Chemie im Dienst von Krieg und Tod – stets für den Profit
Kulturelle Hegemonie im Faschismus
Alltag, Kultur und Gesellschaft im Faschismus
Widerstand gegen den Faschismus
Niedersachsen und Hannover in der Zeit des Faschismus
Holocaust
Zweiter Weltkrieg
Themen
- Filmkultur zwischen Politik und Unterhaltung
Materialzusammenstellungen
Beiträge und Dokumente zur Filmgeschichte 1933 – 1945
Raub und Krieg – beste Gewinnaussichten: Business as usual?
Deutsche Unternehmen profitierten bei der sog. „Arisierung“, dem Raubmord an der jüdischen Bevölkerung. Die deutsche Rüstungskonzerne, die IG-Farben und andere „kriegswichtige“ Unternehmen erziehlten gewaltige Profite durch Aufrüstung und Krieg und profitieren so am Tod von Millionen Menschen. Ihre guten Geschäftsbeziehungen zu US-Konzernen blieben dabei manchmal im Interesse beider Seiten bestehen: eben business as usual oder Proifit über alles…
Wir beschäftigen uns mit einigen – wenigen – Filmen, die sich mit diesem Sachverhalt auseinandersetzen. Exemplarischer Schwerpunkt ist dabei die Beschäftigung mit der IG-Farben.
Themen
- Raub und Krieg – beste Gewinnaussichten: Business as usual?
Materialzusammenstellungen
Texte zur Faschismusdiskussion aus den 20er, 30er und 40er Jahren
Informationen und Materialien zur Geschichte der IG Farben

Bundesarchiv, Bild 102-14745/Georg Pahl
Täter – Opfer – Mitläufer
Zahllose neuere „Dokumentationen“ und Edutainment-Beiträge im TV widmen sich vor allem „Hitler und seine …“ Aber es gab nicht nur diese Wenige. Und die große Zahl der Täter/innen konnten ihre Taten ohne die Millionen Mitläufer und Weggucker nicht vollbringen. Zu leiden hatten die unzähligen Opfer…
Der russische Regisseur Michail Rom geht in seinem Film der Frage nach wie aus zivilisierten Menschen gewöhnliche Faschisten werden konnten? Die hier ausgewählten Filme tragen dazu bei, sich mit dieser Frage zu beschäftigen – und mit den Terrorsystem, in dem „liebenswerte und glückliche Menschen“ zu Barbaren wurden, andere „liebenswerte und glückliche Menschen“ zu teilnahmelosen Wegguckern und letztlich wiederum andere „liebenswerte und glückliche Menschen“ zu Opfern des Terrors.
Themen
- Der gewöhnliche Faschismus
- Hitler und…
- NS-Propaganda im Spielfilm
Materialzusammenstellungen
Texte zur Faschismusdiskussion aus den 20er, 30er und 40er Jahren
Der Holocaust lässt sich nicht verfilmen“ – ein Diktum, dem wir zustimmen, wenn man damit meint, den mit dem Holocaust verbundenen Massenmord filmisch nicht angemessen darstellen zu können.
Es stimmt aber auch, dass in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Spielfilme – fast immer in aufklärerischer Absicht – hergestellt worden sind, die mit verschiedenen Techniken des Inszenierens ein Bild des Holocaust zeichnen. Diese Filme wurden und werden vielfältig in der Bildungsarbeit eingesetzt oder finden ein Millionenpublikum im Kino oder Fernsehen. Sie prägen so die Vorstellung vom Holocaust nachhaltig. Einige dieser interantionalen populären Spielfilme, die stark die Diskussion über die Darstellung des Undarstellbaren beeinflusst haben, sollen hier dargestellt und untersucht werden.
Die Auswahl ergibt sich einerseits aus einer Einschätzung der jeweiligen Relevanz, andererseits aus der Verfügbarkeit für die nichtkommerzielle Bildungsarbeit. Zu den Filmen gibt es jeweils eine Filmografie und eine Kurzbeschreibung der Filme, ein ausführliches Protokoll, Kritiken, Materialien sowie Hinweise zu besonderen Merkmalen und zum Einsatz in der Bildungsarbeit.
Theme
Der Tod ist ein Meister aus Deutschland
Vor aller Augen
Ausgrenzung, Verfolgung und Deportation
Darstellung des Undarstellbaren
Ist Lachen erlaubt?
Filmlomödien und Holocaust
Zug des Lebens
Dem Wahnsinn das Märchen entgegenstellen
Interaktives Bildungspaket
Knock out durch die Nazis
Die Geschichte des Boxers Johann Rukeli Trollmann
L’affaire `Nuit et bruillard´
Wiederbelebung des Hasses gegen das Deutsche Volk
Schuld und Verantwortung
Der Holocaust im deutschen Nachkriegsspielfilm
Materialzusammenstellungen
Widerstand und Verweigerung
Schon in der Weimarer Republik gab es Menschen und Organisationen, die die Gefahren des Faschismus erkannt und dagegen ankämpften. Mit dem 30. Januar 1933 begann die systematische Verfolgung politischer Gegner und setzten Menschen ihr Leben auf Spiel im Kampf gegen den Faschismus: der Widerstand im Alltag (Zivilcourage), die Opposition von Jugendlichen, der Widerstand aus christlichen Motiven, der organisierte Widerstand z.B. der Arbeiterorganisationen und – sehr spät – der militärische Widerstand. In zahlreichen Filmen wird darüber berichtet und an die handelnden Menschen erinnert.
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Themen
Interaktives Bildungspaket
Der Widerstand der Cato Bontjes van Beek
- Es gab nicht nur den 20. Juli 194
- Warum erst so spät?
Militärischer Widerstand in Deutschland - Geschichten vom Mut Einzelner
- Georg Elser: Hätte er die Welt verändert?
- Der Widerstand der Cato Bontjes van Beek
- Widerstand der Arbeiterbwegung
Materialzusammenstellungen
Themen
- Es war so unbedeutend, dass es in keinem Heeresbericht erwähnt wurde
Materialzusammenstellungen
Themen
- Nur noch wenige Jahre…
Bilder aus einer noch nicht zerstörten Stadt
Materialzusammenstellungen
Themen
- Parteipropaganda
- Antisemitismus
- Euthanasie
- Feind- und Kriegspropaganda
- Durchhaltefilme
Materialzusamenstellungen
Beiträge und Dokumente zur Filmgeschichte 1933 – 1945



