Gibt es in Deutschland einen militärisch-industriellen Komplex?
Zur Diskussion in der Bundesrepublik und in Deutschland
Schmidt, Dorothea: „Gibt es in Deutschland einen militärisch-industriellen Komplex?“, in: PROKLA. Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft, Bd. 50, Nr. 201, 2020. Schmidt untersucht ausdrücklich, ob und in welcher Form sich der Begriff des militärisch-industriellen Komplexes auf die Bundesrepublik übertragen lässt. Behandelt werden unter anderem Bundeswehrbeschaffung, Rüstungsexporte und politische Machtstrukturen.
→ PROKLA: Gibt es in Deutschland einen militärisch-industriellen Komplex?
Brzoska, Michael: „Militärisch-industrieller Komplex in der Bundesrepublik und Rüstungsexporte“, in: Gewerkschaftliche Monatshefte, H. 8/1989, S. 501–512. Für die deutsche Diskussion besonders interessant, weil Rüstungsproduktion, staatliche Beschaffung und Exportinteressen gemeinsam betrachtet werden.
Mechtersheimer, Alfred: „Der militärisch-industrielle Komplex in den USA und in der Bundesrepublik Deutschland“, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, B 28/1971. Eine frühe Untersuchung der Frage, inwieweit sich das ursprünglich auf die USA bezogene Konzept auf die Bundesrepublik übertragen lässt.
→ Bundeszentrale für politische Bildung: Der militärisch-industrielle Komplex in den USA und der Bundesrepublik
o. A.: „Der ‚Militärisch-Industrielle Komplex‘ I. Was wird unter ‚Militärisch-Industriellem Komplex‘ verstanden?“, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, B 14/1978. Der Beitrag ist auch wegen seines umfangreichen zeitgenössischen Literaturapparats zur internationalen und bundesdeutschen Diskussion nützlich.
→ Bundeszentrale für politische Bildung: Was wird unter „Militärisch-Industriellem Komplex“ verstanden?
Für die gegenwärtige Diskussion sollte diese ältere Literatur neu gelesen werden. Denn die aktuelle Entwicklung stellt die historische Frage in veränderter Form erneut: Wenn der Staat über langfristig garantierte Beschaffungsprogramme neue Produktionskapazitäten schafft, zivile Unternehmen für militärische Produktion gewonnen werden, Dual-Use-Technologien gefördert und zivile Industriestandorte in Rüstungsstandorte umgewandelt werden, stellt sich erneut die Frage nach den dauerhaften institutionellen und ökonomischen Verflechtungen von Staat, Militär, Industrie, Forschung und Beschäftigung.