Historische Kompetenz – Experiment mit KI
Bilderstellung ChatGPT – 20.05.2026
Historische Kompetenz nach Christine Zeuner…
ChatGPT/Microsoft Copilot – mit Unterstützung von D. Endeward (05/2026
Christine Zeuner hat Anfang 2026 mit ihrem Buch Gesellschaftliche Kompetenzen: Grundlagen für politisches Handeln ein wichtiges Werk zur politischen Bildung veröffentlicht. (1) Darin konkretisiert sie das von Oskar Negt entwickelte Konzept der Gesellschaftskompetenzen. Da das Buch inzwischen auch digital verfügbar ist, konnte es als Grundlage für das hier vorgestellte kleine KI-Experiment genutzt werden.
… oder wie die KI sie liest!
Der Ausgangstext von Christine Zeuner zur historischen Kompetenz (S. 122–179) liegt online als PDF vor und kann eingesehen werden. Dadurch sind die im Folgenden dargestellten KI-Produkte und ihre Aussagen grundsätzlich überprüfbar und mit dem Originaltext vergleichbar.
Ausgangspunkt des Experiments war eine von Microsoft Copilot erstellte Zusammenfassung des Textes von Christine Zeuner mit einem dazu generierten Bild. Diese Zusammenfassung(en) dienten als Grundlage für weitere KI-gestützte Arbeitsprozesse.
Im nächsten Schritt wurde ChatGPT aufgefordert, auf Basis dieser Zusammenfassung ein Bild zu generieren. Ziel war es zu untersuchen, wie eine KI sprachliche Inhalte in visuelle Darstellungen übersetzt. Anschließend wurde ChatGPT gebeten zu erläutern, wie der Text semantisch analysiert und in grafische Elemente wie Farben, Symbole, räumliche Anordnungen und visuelle Hierarchien überführt wurde. Dabei zeigte sich, dass die KI zentrale Begriffe identifiziert, thematische Beziehungen erkennt und daraus eine strukturierte Infografik entwickelt.
Darauf aufbauend wurde ChatGPT aufgefordert zu beurteilen, ob die ursprünglich von Copilot erzeugte Zusammenfassung tatsächlich den Aussagen des Ausgangstextes entspricht. Die KI analysierte dabei die Übereinstimmungen zwischen Zusammenfassung und Originaltext und wies zugleich auf interpretierende Erweiterungen, didaktische Verdichtungen sowie theoretische Zuspitzungen hin. Besonders deutlich wurde, dass KI-generierte Zusammenfassungen zwar zentrale Inhalte korrekt erfassen können, zugleich aber häufig systematisieren, vereinfachen oder zusätzliche theoretische Perspektiven integrieren.
Im letzten Schritt wurde ChatGPT angewiesen, selbstständig eine neue Zusammenfassung des Ausgangstextes zu verfassen. Auf Grundlage dieser eigenen Zusammenfassung generierte die KI anschließend erneut eine grafische Darstellung. Dadurch entstand die Möglichkeit, zwei unterschiedliche KI-basierte Rekonstruktionsprozesse miteinander zu vergleichen:
- die Verarbeitung einer bereits vorhandenen Zusammenfassung,
- sowie die eigenständige Interpretation des Originaltextes durch die KI.
Das Experiment verdeutlicht, dass generative KI nicht lediglich Informationen reproduziert, sondern Inhalte interpretiert, strukturiert und transformiert. Besonders sichtbar wird dies im Übergang von wissenschaftlichem Text zu visueller Darstellung. Gleichzeitig zeigt das Experiment die Chancen und Grenzen KI-gestützter Bildungsprozesse:
- KI kann komplexe Inhalte strukturieren und anschaulich darstellen,
- sie kann didaktische Verdichtungen erzeugen,
- sie ersetzt jedoch nicht die kritische Prüfung durch den Menschen.
Gerade im Bereich historischer Kompetenz wird damit ein zentrales Problem sichtbar: Geschichte ist keine neutrale Ansammlung von Fakten, sondern immer Ergebnis von Auswahl, Perspektive und Deutung. KI-Systeme reproduzieren und erzeugen solche Deutungen ebenfalls. Deshalb bleibt die kritische Reflexion der Ergebnisse unverzichtbar.
Anmerkung
1) Zeuner, C. (2026). Gesellschaftliche Kompetenzen: Grundlage für politisches Handeln. Orientierung und Wissen für die Demokratie (Band 100). Wochenschau Verlag.https://doi.org/10.46499/559
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