Nach dem Kriege – mit Lastwagen und Baumaschinen im Aufwind des Wiederaufbaus

Wiederaufbau, Produktionsboom und Rheinstahl-Übernahme – bis zur Krise von 1966/67

1950 wurde wieder neu angefangen. Die Friedensproduktion rückte den Lastwagenbau in den Mittelpunkt. Planierraupen und Laderaupen füllten das Programm auf und der Wiederaufbau mit amerikanischem Kapital stärkte der westdeutschen Wirtschaft und damit auch der HANOMAG wieder einmal den Rücken.

Auf dem Baumaschinen- und LKW-Markt war infolge der Kriegszerstörungen eine lang anhaltende Konjunktur in Sicht und es wurde produziert „auf Teufel komm’ raus“.

Die Zahl der Arbeitskräfte stieg bis in die 60er Jahre an die 10.000er-Marke und es ging eigentlich nur bergauf. Wie gut, dass im Faschismus zahlreiche Fabrikneubauten, denen auch die Wohnkolonie Klein-Rumänien weichen musste, eine solide bauliche Expansion der Produktion geschaffen worden war.

In die seit Strousbergs Zeiten immer stark von örtlichem Kapital beherrschte HANOMAG stieg nun ein Großkonzern ein: die Rheinstahl AG. Bis 1960 war HANOMAG ein von Rheinstahl zwar voll übernommener, aber nach innen selbständiger Zweig im Gesamtunternehmen.

1962 wurde der Schaufellader entwickelt, die Palette weiter aufgefüllt. Aber das Ende der westdeutschen „Ausnahmesituation“, der ungehemmte Wiederaufbauboom, mit der Krise von 1966/67 markiert den großen Wendepunkt.

Der erste Rückgang der Produktion seit Kriegsende begann und war nicht aufzuhalten – vor allem wollte ihn niemand in Rheinstahls Chefetagen aufhalten.

Für dich vielleicht ebenfalls interessant …