N – Filmschaffende aus Niedersachsen

Lissi Nebuschka
* Wilhelmshaven

1911 beteiligt sich der Wilhelmshavener Kinobetreiber und Filmproduzent Christoph Mülleneisen an der soeben von Asta Nielsen gegründeten „Internationalen Filmvertriebs-Gesellschaft“. Auf diese Weise sichert sich der clevere Geschäftsmann das Premierenrecht an den zugkräftigen Asta-Nielsen-Filmen.

Auf der Suche nach neuen Talenten für seine Produktionsfirma engagiert er 1912 die junge Wilhelmshavener Theaterschauspielerin Lissi Nebuschka, die Asta Nielsen frappierend ähnlich sieht. Im gleichen Jahr entstehen Probeaufnahmen, die der Hannoveraner Karl Hasselmann fotografiert.

Lissi Nebuschka übernimmt anschließend in mindestens sieben Filmen die weibliche Hauptrolle, so etwa in dem Zirkusdrama DER TODESSTURZ (1912, Max Obel, Kamera: Karl Hasselmann) oder in DIE BAJADERE (1912, Max Obel, Kamera: Georg Furkel).pam

* 5.3.1921 Hannover † 1.3.1991

Günther Neutze prägt sich als Archibald Arrow in dem Fernseh-Dreiteiler DIE GENTLEMEN BITTEN ZUR KASSE (1966) dem Publikum ein für alle mal ein: „Das ist wirklich zum Auswachsen, (…) noch heute haut mir immer wieder irgendeiner auf die Schulter und fragt: Du, Archie, wo hast du eigentlich das viele Geld versteckt?“ (so Neutze 1967).

Er verbringt seine Kindheit in Hannover, wo er bereits als Schüler in Statistenrollen auftritt. Schauspielunterricht nimmt er privat. Sein erstes Engagement hat er von 1946 bis 1951 am hannoverschen Ballhof, außerdem ist er an der Landesbühne Hannover und am Staatstheater Braunschweig tätig. Unvergessen bleibt Neutze einem großen Fernsehpublikum auch als Kommisar Bernard in Jürgen Rolands Krimiserie DEM TÄTER AUF DER SPUR (1967-1973), in der er die Zuschauer zum Mitraten auffordert.

Anlässlich der Ausstrahlung von DER GEISTERZUG (1957, Rainer Wolffhardt) schreibt Gerd Schulte in der HAZ: „(…) für die Hauptrolle hatte er freilich einen Schauspieler zur Verfügung, dessen genaue und trockene Diktion wir schon oft im Ballhof bewundert haben: Günther Neutze. (…) der sprachlichen Leistung gesellte sich ein profiliertes, immer überzeugendes Spiel zu, dem man mit Entzücken folgte.“

E.

* 17. 11.1923 Hannover; † 19. 11.2006 Hamburg)

war ein deutscher Schauspieler. Er war Theaterschauspieler, war jedoch auch als Filmschauspieler bekannt, der im Fernsehen vor allem Ganoven und Kriminalkommissare verkörperte.

Horst Michael Neutze – Sohn des Justizsekretärs Johann Neutze und seiner Frau Else Neutze, geb. Radke – war der Bruder der Schauspieler Hanns Lothar (Neutze) und Günther Neutze. Die drei Brüder traten nur in einem einzigen Film zusammen auf, nämlich in dem Jürgen-Roland-Krimi Polizeirevier Davidswache (1964). Zwei Jahre darauf konnte man das Trio in dem Kriminal-Hörspiel Reiche Leichen sind die Besten von Harald Vock hören.

Nach der Schule nahm Horst Michael Neutze Schauspielunterricht bei Hans Ebert. Sein erstes Engagement erhielt er in der Spielzeit 1946/47 am Stadttheater Aschaffenburg. 1947 bis 1949 wirkte er an den Städtischen Bühnen Bielefeld, 1949 und 1950 Staatstheater Darmstadt, 1950 bis 1961 an den Bühnen der Landeshauptstadt Kiel und von 1961 bis 1966 bei Willy Maertens und Kurt Raeck am Thalia Theater in Hamburg. Seither war er freischaffend. Als Theaterregisseur arbeitete Neutze an den Bühnen der Hansestadt Lübeck.

Einem großen Publikum wurde er durch zahlreiche Rollen in Spielfilmen, Fernsehspielen und Fernsehserien wie StahlnetzDem Täter auf der SpurDas Kriminalmuseum oder Derrick bekannt. Er spielte meist raubeinige Typen, oft Ganoven, aber auch unerschrockene Gesetzeshüter. Ende der 1980er Jahre verkörperte er dreimal den Kriminalkommissar Schreitle im Tatort des Süddeutschen Rundfunks.

Neutze wirkte auch als Synchronsprecher, lieh für Hörspiele über 500 Figuren seine Stimme. 1994 trat er das letzte Mal in TV-Serien wie Faust und Der Nelkenkönig auf.

Horst Michael Neutze war seit 1969 verheiratet und lebte in Hamburg.

(wikipedia)

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