F – Filmschaffende aus Niedersachsen

Hildegard Knef und Gustav Fröhlich in „Die Sünderin“

* 11.11.1959 Stadthagen bei Hannover

Katja Flint arbeitet seit 1983 als Schauspielerin für Theater, Film und Fernsehen. Bis zu ihrem achten Lebensjahr wohnt sie in Hannover, lebt dann für einige Zeit in Utah, USA. 1972 kehrt sie nach Deutschland zurück und legt fünf Jahre später in Himmelsthür bei Hildesheim ihr Abitur ab. Anschließend erwirbt sie ein Kosmetikdiplom und absolviert eine Visagistenschule. Sie beginnt ein Studium der Theater- und Literaturwissenschaften, arbeitet als Model für Sport- und Freizeitkleidung und spielt erste Rollen in Werbespots.

Bei Prof. Margarethe Langen erhält sie ab 1980 eine Schauspielausbildung. Von 1983 bis 1990 spielt Katja Flint in verschiedenen Theaterstücken, u.a. die weibliche Hauptrolle in „Von Menschen und Mäusen“ (Neue Schaubühne 1990, J. v. Janko). Parallel wirkt sie fast jedes Jahr in einem Kinospielfilm mit, darunter Hauptrollen in KOLP (1983, Roland Suso Richter) und DIE SIEGER (1993/94, Dominik Graf) sowie in VOLL NORMAAL (1994, Ralph Huettner). Außerdem ist sie in Fernsehproduktionen zu sehen, u.a. in DER ALTE, DERRICK, EIN FALL FÜR ZWEI und TATORT.

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* 9.3.1904 Aurich/Ostfriesland † 17.9.1999 Klagenfurt/Österreich

Sie hat mit großen Stars zusammengearbeitet und ist doch selbst nie einer geworden. Sie wusste alles über den Beruf der Schauspielerin, vieles über den der Tänzerin und etliches über den der Chanseuse, doch nicht sehr viele wissen, wer Ellen Frank war. Ihr Lebensweg mutet abwegig, aber hochinteressant an. Ihre Filme in den zehn Jahren zwischen 1929/30 (ES GIBT EINE FRAU, DIE DICH NIEMALS VERGISST, Leo Mittler) und 1939 (GOLD IN NEW FRISCO, Paul Verhoeven) sind größtenteils in einer für die deutsche Filmgeschichte wenig ruhmvollen Zeit entstanden. Vermutlich heute noch ihr populärster Film ist DAS MÄDCHEN VOM MOORHOF, 1935 vom späteren Emigranten Detlef Sierck inszeniert. Ihre Gertrud darin, eine eher untypische Rolle, ist eine Frau, die sich beschämen lassen muss von der simplen Wahrhaftigkeit Hansi Knotecks.

Nach dem Umzug von Berlin nach München, Heirat, Geburt einer Tochter und langer Pause von beinahe 15 Jahren setzen auch die fünfziger Jahre mit Filmen wie ROTKÄPPCHEN (1953, Fritz Genschow), KÖNIGSWALZER (1955, Viktor Tourjansky) oder ROSEN FÜR BETTINA (1955/56, G.W. Pabst) keine neuen Maßstäbe. Der Spielstil in ihnen ist immer noch schwer und deutsch, Ellen Frank aber wirkt oft quicklebendig. Bühne und (seit den siebziger Jahren) Fernsehstudios waren ihr Leben.

aur, aktual. 2003

* 21.3.1902 Hannover † 22.12.1987 Lugano

Publikumsliebling ist Gustav Fröhlich vor allem durch die „Verkörperung des direkten, ehrlichen und sympathischen deutschen Mannes“ (Reclams dt. Filmlex.), den der vielbeschäftigte Schauspieler in sehr unterschiedlichen Rollen darstellt.

Gustav Fröhlich wächst bei Pflegeeltern in Hannover, Würzburg, Wiesbaden und Berlin auf. 1919 führt ihn ein Zeitungsvolontariat nach Celle. Doch seine Journalistenlaufbahn ist kurz, er nimmt Schauspielunterricht und macht Theaterkarriere. Sein Filmdebüt gibt Fröhlich 1922 in PAGANINI (Heinz Goldberg). Der internationale Durchbruch gelingt ihm 1925/26 in Fritz Langs METROPOLIS. Zunächst nur Kleindarsteller, erhält er vier Wochen nach Drehbeginn die Hauptrolle als Unternehmersohn Freder Fredersen. Es folgen zahlreiche Engagements.

Seine sachlich-unpathetische Stimme führt Fröhlich zu Beginn des Tonfilms auch nach Hollywood, wo er zwei deutsche Versionen amerikanischer Film dreht: DIE HEILIGE FLAMME (1930, Berthold Viertel) und KISMET (1930/31, Wilhelm Dieterle). Fröhlich lebt ab 1935 mit der Schauspielerin Lida Baarova zusammen. Als sie die Geliebte von Propagandaminister Joseph Goebbels wird, kursiert das Gerücht, Fröhlich habe Goebbels geohrfeigt: „‚Ich möchte gerne Fröhlich sein‘ wird zur Sottise der Saison.“ (Friedemann Beyer).

Nach dem Krieg inszeniert Fröhlich, der zuvor schon bei zwei Filmen als Regisseur arbeitete, für die Junge Film-Union in Bendestorf WEGE IM ZWIELICHT (1947/48). Er dreht den Film bei Celle und in seiner Geburtsstadt Hannover. Als Darsteller und/oder Regisseur ist er bei fünf weiteren Bendestorfer Produktionen engagiert, u.a. als Partner von Hildegard Knef in DIE SÜNDERIN (1951, Willi Forst). Ab Mitte der fünfziger Jahre arbeitet Fröhlich wieder in erster Linie am Theater.

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*3.11.1939 Hannover

Matthias Fuchs betritt schon als Neunjähriger die so bedeutenden (Bühnen)-Bretter, und zwar am Landestheater seiner Heimatstadt Hannover. Auch hinter der Bühne übernimmt er diverse Aufgaben und finanziert sich mit dem auf diese Weise erworbenen Geld seine private Schauspielausbildung, u.a. bei Peter Lühr.

Mit Erfolg: Es ist der sechzehnjährige Matthias Fuchs, den DIE MÄDELS VOM IMMENHOF (1955, Wolfgang Schleif) meinen, wenn sie fortgesetzt nach „Ethelbert“ rufen und „der alle Züge echter Jungenhaftigkeit in sich vereint:“ (HAZ, 13./14. August 1955). Auch in den beiden folgenden „Immenhof“-Produktionen wirkt er mit, bevor er für seine Rolle als Klaas Henning in dem Kurt Hoffmann-Film DER ENGEL, DER SEINE HARFE VERSETZTE (1959) den Bundesjugendfilmpreis erhält.

In den nächsten Jahren widmet sich Matthias Fuchs verstärkt seiner Bühnenkarriere. Nach Engagements in Wien, Hannover, Köln und Frankfurt wird er 1981 festes Ensemblemitglied am Deutschen Schauspielhaus Hamburg. „Nebenbei“ zieht es ihn immer wieder vor die Kamera. Er wirkt u.a. mit in Fassbinders BERLIN ALEXANDERPLATZ (1980) und in der Jakob Wassermann-Adaption DER FALL MAURITIUS (1981, Theodor Kotulla), außerdem in den Kinofilmen DAS BOOT (1981, Wolfgang Petersen), LOLA (1981, Rainer Werner Fassbinder) und DIE FLAMBIERTE FRAU (1983, Robert van Ackeren).

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