H – Filmschaffende aus Niedersachsen

* 29.12.1953 Cuxhaven

Petra Haffter scheut kein Risiko. Sie studiert Publizistik, Politische und Theaterwissenschaften in Berlin, arbeitet als Hörfunkautorin und seit 1976 kontinuierlich als Regisseurin, Autorin und Produzentin für Film und Fernsehen.

23jährig gründet sie mit Richard Claus die „C & H Filmproduktion Berlin“. Zunächst produzieren sie eigene Dokumentarfilme und Fernsehspiele, von 1980 bis 1983 ausschließlich Filme junger Regisseure. In dieser Zeit pendelt Petra Haffter häufig von Berlin in die USA und ist außerdem im Vorstand des Verbands der Filmarbeiterinnen tätig. Nach der erfolgreichen Co-Produktion von ROTE KÜSSE/ROUGE BAISER (1984/85, Regie und Buch: V,ra Belmont) gründet sie die „Petra Haffter Filmproduktion“ und erweitert ihren Aufgabenbereich um Musikvideos. 1986 wagt Petra Haffter einen Ausflug ins Bühnenmetier und inszeniert eine „One-Woman-Show“. Abgesehen von Lehr- und Jurytätigkeiten ist sie seitdem (fast) „nur noch“ vielbeschäftigte Autorin und Regisseurin.

Aufnahmen für DER MANN NEBENAN mit Anthony Perkins führten Petra Haffter 1991 wieder ins niedersächsische Bendestorf. Das Foto zeigt sie bei Dreharbeiten zum POLIZEIRUF 110.

shö

* 27.11.1946 Rehburg (Kreis Nienburg)

Gerhard Hahn ist bekannt als Regisseur und Produzent von Trickfilmen für Kino und Fernsehen. Zu seinen Produktionen zählen WERNER BEINHART (1990, Trickfilmszenen), ASTERIX IN AMERIKA (1994), aber auch Klassiker des Kinderfernsehens wie BIBI BLOCKSBERG und BENJAMIN BLÜMCHEN.

Gerhardt Hahn studiert von 1968 bis 1975 Sozialwissenschaften und Jura in Göttingen und Frankfurt/Main. Anschließend gründet er die Konzertagentur „Aries Music GmbH“. Drei Jahre später ruft er die „Gerhard Hahn Filmproduktion“ ins Leben. Die in Berlin ansässige Firma arbeitet mit einer internationalen Crew von Zeichnern und entwickelt sich Anfang der neunziger Jahre zum zweitgrößten Trickfilm-Anbieter in Europa. Die Produktionsfirma, die auch TV-Trailer und Werbespots herstellt, arbeitet zur Zeit neben weiteren Kindersendungen an FEMINAX UND WALKÜRAX, einem Film über „aufmüpfige Frauen aus dem letzten germanischen Matriarchendorf“. Seit 1993 ist Gerhard Hahn außerdem Professor für den Bereich Animationsfilm an der Filmhochschule Konrad Wolf in Potsdam-Babelsberg.

Danach befragt, was eine interessante und witzige Comicfigur ausmache, meint Gerhard Hahn, dass sie nicht nur originell und unverwechselbar, sondern „vor allem ein Charakter sein, also einen solchen haben“ müsse.

pst

* 8.5.1883 Hannover † 8.6.1966 Berlin

Nach einer Lehre als Mechaniker und dem Militärdienst in Berlin kehrt Karl Hasselmann in seine Heimatstadt zurück. 1906 wird er Mechaniker in der Versuchswerkstatt für Kinogeräte und Grammophone bei der Firma Carl Buderus, Hannover. Im gleichen Jahr entsteht DER HAUPTMANN VON KÖPENICK (Carl Buderus, Carl Sonnemann) als nachgestellte Aktualität; Hasselmann ist hier zugleich Darsteller und Kameramann. Im Dezember 1908 geht er als Regieassistent Emil Schünemanns nach Berlin zur Deutschen Mutoskop- und Biograph GmbH.Nach dem Krieg arbeitet er für so bekannte Regisseure wie E.A. Dupont (u.a. DIE GEIER-WALLY, 1921), Emil Albes oder Karl Grune. Durch seine stimmungsvolle Fotografie trägt er, als ständiger Mitarbeiter des Regisseurs Gerhard Lamprecht, entscheidend zum Erfolg der „Milljöh“-Filme (u.a. DIE VERRUFENEN, 1925) sowie der „Preussen“-Filme (DER KATZENSTEG, 1927; DER ALTE FRITZ 1927) bei.Nach Einführung des Tonfilms bricht für ihn – abgesehen von der Tätigkeit bei Lamprecht – der kontinuierliche Arbeitszusammenhang auseinander. Da er ab 1950 keine Aufträge für Spielfilme mehr bekommt, ist er bis 1952 als Kameramann für Kurzdokumentar- und Industriefilme aktiv.(Nach: CineGraph)

* 24.4.1968 Hannover

Ob und inwieweit die Konstellation von Stunde und Ort der Geburt einen Lebensweg prägen, sei hier dahingestellt. Fest steht jedenfalls, dass Veit Helmer nicht viel mehr als die Eintragung in seinem Personalausweis mit der niedersächsischen Hauptstadt verbindet.

Helmers Kurzfilme sind Liebesgeschichten mit Hindernissen, die regelmäßig eine Auszeichnung wert sind: TOUR D`AMOUR (HDF-Kurzfilmpreis 1989), DIE RÄUBER (Prädikat „wertvoll“, 1989), ZUM GREIFEN NAH (1.Preis Turin 1992), TOUR EIFEL (1.Preis Gijon 1994), SURPRISE! (1995).

Seinen ersten Spielfilm dreht Helmer 1999: „Fast ohne Dialog und mit eingefärbten Schwarzweiß-Bildern erschafft er in TUVALU die surreale Traumwelt eines einfältigen Hilfsbademeisters (Denis Lavant), der gegen den Abriss seiner baufälligen Schwimmanstalt kämpft und nebenbei die Liebe eines schönen Mädchens erringt. “ (www.tagblatt.de)

Der Nachfolger GATE TO HEAVEN wird 2003 in die Kinos kommen.

A.V.aktual. 2003

* 10.9.1897 Hannover † 28.4.1976

Hilde Hildebrand bleibt unvergessen als alternde Hippodrom-Besitzerin Anita in GROSSE FREIHEIT NR. 7 (1944, Helmut Käutner). „Als Hilde Hildebrand ihr Lied sang ‚Beim ersten Mal da tut’s noch weh‘, kriegte ich eine Gänsehaut. So hinreißend fand ich das. Ich könnte sie noch heute dafür umarmen.“ (Gustav Knuth)

Die Tochter eines Monteurs ist vor allem Komödiantin beim Theater. Anfang der zwanziger Jahre geht sie nach Berlin an verschiedenen Bühnen. In kurzen Filmlustspielen von Heinrich Bolten-Baeckers ist sie meist als „Mädchen aus gutem Hause“ zu sehen. Der Beginn des Tonfilms bietet Hildebrand mehr Entfaltungsmöglichkeiten. Sie spielt u.a. Halbweltdamen (MORAL UND LIEBE, 1933, Georg Jacoby) und intrigante Freundinnen (AMPHITRYON, 1935, Reinhold Schünzel).

Der Nachkriegsfilm lässt ihre Talente weitgehend ungenutzt, nur in DIE FASTNACHTSBEICHTE (1961, Wilhelm Dieterle) hat sie noch einmal Gelegenheit zu glänzen.

E.L.

*20.2.1883 Hannover † 9.10.1956 Berlin

Lucie Höflich ist bekannt als Theater- und Filmschauspielerin. Bereits um die Jahrhundertwende spielt sie an zahlreichen Bühnen, u.a. in Bromberg, Prag, Nürnberg, Wien und Berlin. Für Herbert Ihering ist sie „eine der größten Schauspielerinnen aus der Anfangs- und Gipfelzeit Max Reinhardts“.

Bereits vor dem Ersten Weltkrieg findet Lucie Höflich den Weg zum Film. Sie arbeitet mehrfach unter der Regie von Ludwig Berger (EIN WALZERTRAUM, 1925), der sie die „genialste deutsche Darstellerin“ nennt. Weitere wichtige Rollen in Stummfilmen spielt sie unter anderem in DIE STRASSE (1923, Karl Grune) und TARTÜFF (1926, Friedrich Wilhelm Murnau). Lucie Höflich gelingt auch der Sprung in die Tonfilmära, sie spielt etwa in DER WEISSE DÄMON/RAUSCHGIFT (1932, Kurt Gerron) und ROBERT KOCH (1939, Hans Steinhoff).

Nach 1945 widmet sich Lucie Höflich wieder fast ausschließlich dem Theater, hinterlässt jedoch in HIMMEL OHNE STERNE (1955, Helmut Käutner) und ANASTASIA, DIE LETZTE ZARENTOCHTER (1956, Falk Harnack) noch einmal nachhaltigen Eindruck. Ulrich Kurowski konstatiert ein „völliges Verströmen, völliges Ausschenken bei Lucie Höflich, aber von einem gliedernden Verstand kontrolliert“.

pst

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