Wegbereiter des Faschismus

Konservativ-nationalistische politische Netzwerk-Strukturen

Die ersten offiziellen Besprechungen der neuen Reichsregierung im Garten der Reichskanzlei ! [ Juni 1932] Das neue Reichskabinett im Park der Reichskanzlei, von rechts nach links: Reichswirtschaftsminister Prof. Dr. [Hermann] Warmbold [verdeckt: von Gayl /Inneres] Reichskanzler [Franz] von Papen Reichsaussenminister [Konstantin] von Neurath Reichsernährungsminister [Magnus] von Braun [Eltz von Rübenach / Verkehr] Finanzminister Dr. [Franz] Gürtner

„Grundsätzlich spielt sich Demokratie auf zwei Ebenen ab: auf der formellen Ebene der Wahlen und Parlamente und auf der informellen Ebene, auf der die Lobbyisten Druck auf die Zivilgesellschaft ausüben.“

Wenn im Folgenden von den Wegbereitern und Netzwerken unter den „Gesellschaftlichen Eliten“ gesprochen wird, so ist wichtig dies immer im Kontext dessen zu lesen, was Poulantzas mit der analytischen Kategorie „Machtblock“ beschrieben hat.

In der Weimarer Republik existierten neben den Parteien zahllose Verbände, Klubs und Gesprächskreise mit zum Teil langer Tradition aus dem Kaiserreich. Dies Einrichtungen waren das Aktionsfeld der „gesellschaftlichen Eliten“ und der Lobbyisten; in ihnen wurde die Politik wesentlich beeinflusst bis „vorformuliert“. Diese Form der Politik ist in der Regel kaum über Protokolle, Dokumente etc. erfassbar – ihr Wesen ist die Intransparenz, ihre Exzistenz zeigt sich in den politischen Ergebnissen

Die diversen völkisch-nationalistischen Parteien, Verbände, Klubs und Gesprächskreise sowie die Interessenvertretung der industriellen Eliten wiesen dabei unterschiedlich viele und unterschiedlich stark ausgeprägte Schnittstellen auf. Diese „Kommunikationsknotenpunkte“ hatte große Bedeutung für die Herausbildung der Deutungshoheit in der politischen Diskussion. Mit der Besitz der Deutungshoheit eng verknüpft waren die Möglichkeiten, eigene Positionen und Interessen durchzusetzen. Das „System Hugenberg“ ist dabei hervorzuheben, weil innerhalb dieser Strukturen durch die Einbindung der Publikationsorgane des Medienkonzerns national-konservative Positionen in der Öffentlichkeit zu dominieren schienen.

Seit den Wahlen 1928, spätestens 1930, wurde dann neben einzelnen Personen der NSDAP auch die gesamte faschistische Bewegung politisch interessant für diese Netzwerke.

Detlef Endeward (1922)

 


Die NSDAP

Wegbereiter der NSDAP

Zur gesellschaftlichen Funktion der faschistischen Massenbewegung

Texte zur Faschismusdiskussion aus den 20er und 30er Jahren

Beiträge aus dem Internet und weitere Literaturhinweise

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