Ein Film – mehrere (Synchron)Fassungen

Es gibt vier Synchronfassungen des Films (Stand 2024 nach Wikipedia):

  • Bereits zur ersten Veröffentlichung 1930 in Deutschland wurde der Film bei der Rhythmographie GmbH in Berlin synchronisiert. Die synchronisierte Fassung hatte ursprünglich eine Länge von ca. 124 Minuten, wurde jedoch für die Kinoauswertung im Juni 1931 auf 85 Minuten gekürzt.[2] Das Dialogbuch stammte von Elsa Jaque, Regie führte Max Bing.[3]
  • 1952 entstand eine zweite Synchronisation, die auf der Basis einer auf 120 Minuten gekürzten Fassung des Films erstellt wurde.[4] Die Dialoge schrieb Josef Wolf für die Ultra-Film GmbH.[2]
  • 1984 ließ das ZDF den Film nach einer aufwändigen Rekonstruktion von der Berliner Synchron Wenzel Lüdecke zum dritten Mal synchronisieren. Buch und Dialogregie lagen in den Händen von Ottokar Runze. Für die Rekonstruktion zeichnete Jürgen Labenski verantwortlich.[2] Dabei entstand mit 135 Minuten[5] die längste deutsche Fassung, die sich am ursprünglichen Drehbuch orientierte.[6]
  • In den 1990er Jahren wurde die 1952er Fassung vom WDR restauriert und an die längere ZDF-Fassung angelegt. Die in dieser Fassung fehlenden Szenen wurden mit der 1984er Synchronisation aufgefüllt.
  • Eine weitere Rekonstruktion des Originalfilms nahmen Mitte der 1990er Jahre die Filmabteilung der Bücherei des US-Kongresses und der amerikanische Kabelkanal AMC vor. Diese wurde am 5. Juni 1998 zum ersten Mal ausgestrahlt.[7] 2005 erschien eine weitere Synchronfassung für die DVD-Ausgabe des Films, die auch auf Blu-ray veröffentlicht wurde. Diese 128 Minuten lange Fassung ist jedoch gegenüber der ZDF-Fassung in einigen Szenen gekürzt und zeigt nur an einer Stelle mehr Material.[8][9]
  • 2022 erschien der Film als „6-Disc-Ultimate Edition“. Die Edition enthält erstmals alle vier Synchronisationen des Films (von 1930; 1952; 1984 und 2005) und ebenfalls zum ersten Mal die acht Minuten längere Langfassung auf Blu-ray und DVD mit den Synchronisationen von 1984 und 2005 sowie der WDR-Tonfassung von 1995. Zudem sind auf Blu-ray die zensierten Schnittfassungen von 1930 und 1952; die Internationale Standardfassung; die Stummfilm-Fassung sowie die originale; viragierte ZDF-Fassung der Volkstrauertagsausstrahlung von 1984 enthalten.

Vergleich der deutschen Filmfassungen von 1952 und 1984

Sibylle Glufke/Barbara Schneider (1995)

1984 produzierte das ZDF nach mehrjähriger Recherche eine rekonstruierte Fassung des Films „Im Westen nichts Neues“. Diese Version orienierte sich am ursprünglichen Drehbuch und erreicht die wohl größtmögliche Vollständigkeit des seit seiner Uraufführung vielfach geschnittenen Films.

Das Medienpaket zu „Im Westen nichts Neues“ enthält indes die Schnittfassung des Films von 1953, die gegenüber der 1984er Version um ca. 11 Minuten kürzer ist. Das Begleitmaterial zum Film ermöglicht zunächst den detaillierten Vergleich beider Filmversionen, die tabellarisch dem Drehbuch von 1930 gegenübergestellt sind. In der Fassung von 1953 enthaltene Schnitte sowie Abweichungen von der Drehbuchvorlage sind ohne Ausnahme schriftlich im Sequenzprotokoll dokumentiert.

Die Videokassetten 2 und 3 zeigen exemplarisch Ausschnitte der rekonstruierten Urfassung, die im Film des Medienpakets nicht enthalten sind. Zur Unterstützung der inhaltlichen und formalen Filmanalyse von „Im Westen nichts Neues“ beinhaltet Videokassette 3 verschiedene Beispiele, in denen Sequenzen entweder vergleichend gegenübergestellt oder zur Demonstration der filmischen Gestaltungsmittel „ineinandergeschnitten“ wurden.


Übersicht über die Dateien:

Anleitung (PDF, 28 KB) – Hier werden drei Komplexe vorgestellt, die in Verbindung mit den entsprechenden Anhängen einen guten Einstieg für eine detaillierte Bearbeitung bilden. Dies sind im Einzelnen ein Vergleich der Schnittfassungen von 1953 und 1984 (Anhänge 1 und 2), eine Gegenüberstellung der Schnittfassung von 1984 und dem Drehbuch von 1930 (Anhänge 1 und 4), sowie ein Sequenzvergleich des Romans von Erich Maria Remarque mit dem Drehbuch von 1930 (kein entsprechender Anhang).

Anhang 1 (PDF, 49 KB) – Die vergleichenden Sequenzprotokolle der Schnittfassung von 1984 mit der von 1953 sowie dem Drehbuch von 1930 werden tabellarisch gegenübergestellt, wobei das letzte Themengebiet in Anhang 4 noch genauer aufgeschlüsselt wird.

Anhang 2 (PDF, 88 KB) – Diese Datei beinhaltet die Einstellungsprotokolle der wesentlich geänderten Sequenzen, bezogen auf den Vergleich der Schnittfassung von 1953 mit der Rekonstruierten von 1984.

Anhang 3 (PDF, 20 KB) – Am Beispiel von neun thematisch ausgewählten Filmausschnitten / Sequenzmontagen werden Anregungen für eine filmanalytische Arbeit gegeben (Videokassette 3).

Anhang 4 (PDF, 12 KB) – Hier findet man einen tabellarischen Überblick über vertauschte und fehlende Sequenzinhalte der Schnittfassung von 1984 im Vergleich zum Drehbuch von 1930. Die Ergebnisse sind in der Datei ‚Anleitung‘ aufgeführt.

Das gesamte Dateipaket (ZIP, 162 KB)


Wir stellen diese Materialien, die sich auf das Medienpaket der frühen 90er Jahre beziehen hier als Anregung zur verfügung – und auch in der Hoffnung, absehbar ein interaktives Bildungspaket erstellen zu können.

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