Menschen in Gottes Hand (1948)

Inhalt

Der Film beginnt mit der Rückkehr des Bauern Renken aus einem Flüchtlingslager auf den Hof seines durch den Krieg aus der Bahn geratenen Sohnes Karl. Seine Schwiegertochter Lena versucht, den Hof über Wasser zu halten, indem sie Land an Nachbarn verpachtet und Flüchtlinge aufnimmt. Karl lebt überwiegend in Hamburg bei seiner Geliebten Marianne, die in einem in Schwarzmarkthandel verwickelten Fuhrunternehmen arbeitet. Karls Vater will den Hof wieder auf Vordermann bringen und versucht, zuerst Marianne zur Aufgabe Karls, dann diesen zur Rückkehr auf den Hof zu bewegen, bleibt aber in beidem erfolglos. Schliesslich fährt Lena in die Stadt, um Karl zu überreden. Sie trifft ihn eher zufällig und sie verbringen die Nacht zusammen in einem Bunkerhotel. Karl möchte danach mit Lena auf den Hof zurückkehren. Zuvor begegnet er jedoch noch einmal Marianne. Er stösst sie im Laufe ihres Gespräches unsanft von sich und sie schlägt mit dem Kopf unglücklich auf eine Kante auf. Sie sagt noch aus, dass es ein Unfall war, bevor sie im Krankenhaus stirbt. Nachdem Karl seine Strafe abgesessen hat, trifft er in einem Bunkerhotel zufällig einen Professor wieder, der früher auf dem Hof wohnte. Sie unterhalten sich über den Hof und der Professor berichtet ihm, dass Karls Vater den Hof wieder bewirtschaftet. Karl fährt daraufhin nach Hause und findet bei seiner Frau und seinem in der Zwischenzeit geborenen Sohn endlich seinen Platz.



Buch: Gustav Kampendonk

Regie: Rolf Meyer; begonnen von Erich Waschneck

Regieassistenz: Walter Fredersdorf

Kamera: Albert Benitz

Kameraassistenz: Emil Eisenbach, Eberhard Köner

Schnitt: Martha Dübber

Ton: Fritz Schwarz

Musik: Werner Eisbrenner

Darsteller: Marietheres Angerpointner (Lena), Paul Dahlke (Vater Renken), Rainer Penkert (Karl Renken), Gerty Soltau (Marianne), sowie Walter Kohls, Karl Kramer, Richard Laufen, Justus Ott, Gerhard Ritter, Hedwig Wangel

Uraufführung: 27.01.1948, Hamburg, Harvestehuder Lichtspiele; Berlin-West 08.04.1948 / Berlin-Ost 17.09.1948

Die Entstehung des ersten von der Jungen Film-Union hergestellten Films aus dem Jahr 1948 ist typisch für Filme aus dieser Zeit. Da die Film Section das von Rolf Meyer favorisierte Drehbuch zu „Das Fräulein und der Vagabund“ abgelehnt und das ebenfalls eingesandte Drehbuch zu „Menschen in Gottes Hand“ akzeptiert hatte, wurde letzterer zum ersten von der Jungen Film-Union hergestellten Film. Dabei wagte Meyer ein Experiment, indem er einige der Hauptrollen mit Nachwuchsschauspielern besetzte. Davon abgesehen lag jedoch vor und hinter der Kamera alles in bewährten Händen. Die Uraufführung fand am 27.1.1948 statt. Der Film wurde mit 3,2 Millionen Zuschauern zu einem grossen finanziellen Erfolg, spielte bis zur Währungsreform am 20.06.1948 480.000 RM und danach noch 1.010.000 DM ein. Er belegte zudem den zweiten Platz unter den sechs bis Ende 1948 fertiggestellten und im Schorcht Verleih angelaufenen Filmen. Zu diesen Tatsachen trug mit Sicherheit auch die weitgehende Vermeidung von Trümmerbildern bei, die das Publikum in einem Unterhaltungsfilm zu jener Zeit nicht zu sehen wünschte.

Privataufnahme B. Knoche von den Dreharbeiten „Menschen in Gottes Hand“ (Filminstitut Hannover)

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