Elser – Er hätte die Welt verändert (2015)

Inhalt

Während der Jubiläumsrede Hitlers am 8. November 1939 wird ein Mann an der Grenze zur Schweiz wegen des Besitzes verdächtiger Gegenstände festgenommen. Nur Minuten später explodiert im Münchner Bürgerbräukeller unmittelbar hinter dem Rednerpult des „Führers“ eine Bombe und reißt acht Menschen in den Tod. Der Mann ist Georg Elser, ein Schreiner aus dem schwäbischen Königsbronn. Als man bei ihm eine Karte des Anschlagsortes und Sprengzünder findet, wird er dem Chef der Kripo im Reichssicherheitshauptamt Arthur Nebe und dem Gestapochef Heinrich Müller zum Verhör überstellt. Von ihnen erfährt Elser, dass sein Vorhaben gescheitert ist – dass der Mann, den er töten wollte, um das Blutvergießen des gerade begonnenen Weltkriegs zu verhindern, den Bürgerbräukeller 13 Minuten vor der Explosion verlassen hat. Tagelang wird Elser von Nebe und Müller verhört, tagelang hält er ihren Fragen stand. Bis er schließlich gesteht – und die Geschichte seiner Tat schildert. So erinnert sich Elser, wie der Nationalsozialismus langsam in seinem Heimatdorf metastasierte. Wie er versuchte, sich gemeinsam mit seinem besten Freund Josef Schurr und wenigen anderen dagegenzustellen. Wie er Elsa kennen lernte, sich in sie verliebte, sich wegen seiner Pläne aber von ihr, seinen Freunden und seiner Familie abwenden musste. Und wie er schließlich handelte – wie er die Bombe baute und am Anschlagsort in nächtelanger Arbeit einbaute. Er, der seine Tat ganz allein beging, wie er Nebe und Müller immer wieder beschwört, die ihn foltern, um Hintermänner zu finden. Nach den Verhören kommt er in die KZs Sachsenhausen und Dachau, wo Georg Elser schließlich auf Befehl Hitlers am 9. April 1945 ermordet wird – nur wenige Tage vor Ende des Krieges.

Filmansicht (Trailer)

Relevanz für folgende historische Themen

Originaltitel Elser – Er hätte die Welt verändert
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2015
Länge 113 Minuten
Stab
Regie Oliver Hirschbiegel
Drehbuch Fred Breinersdorfer,
Léonie-Claire Breinersdorfer
Produktion Boris Ausserer,
Oliver Schündler,
Fred Breinersdorfer
Musik David Holmes
Kamera Judith Kaufmann
Schnitt Alexander Dittner
Besetzung
  • Christian Friedel: Georg Elser
  • Katharina Schüttler: Elsa
  • Burghart Klaußner: Reichskriminaldirektor Arthur Nebe
  • Johann von Bülow: Gestapochef Heinrich Müller
  • Felix Eitner: Eberle
  • Meikel Engelmann: Fotograf
  • David Zimmerschied: Josef Schurr
  • Rüdiger Klink: Erich Härlen
  • Simon Licht: SS-Obergruppenführer
  • Cornelia Köndgen: Maria Elser
  • Martin Maria Abram: Ludwig Elser
  • Lissy Pernthaler: Protokollführerin
  • Michael Kranz: Franz Xaver Lechner
  • Gerti Drassl: Lore
  • Frederik Bott: Soldat Bauer
  • Emilia Pieske: Iris
  • Christian Pätzold: Renz
  • Manfred-Anton Algrang: Dr. Hübner
  • Anna Unterberger: Anna
  • Anna Holmes: Sekretärin von Arthur Nebe
  • Oli Bigalke: SA-Mann
  • Udo Schenk: Adolf Hitler
Bildungs-DVD mit der TV-Fassung des Films

„Der Herausgeber (Frijus GmbH) hat sich nach langer Überlegung und im Gespräch mit Experten für die Fernsehfassung entschieden. Dafür gab es im Wesentlichen folgende Gründe:

  1. Die Laufzeit. Die 89 Minuten dauernde Fernsehfassung lässt sich im Schulalltag gerade noch in einer Doppelstunde einsetzen. Dies ist bei der Kinolänge nicht möglich.
  2. Entscheidender waren jedoch die Reaktionen von Lehrerinnen und Lehrern in Test-Screenings. Hier wurde mehrheitlich dafür plädiert die vollständig gezeigte Erhängungsszene von Arthur Nebe zu kürzen. In dieser Form sei sie für jüngere Schüler eine psychische Überforderung. In der TV-Fassung ist diese stark gekürzt, sodass man nur die Erhängung selbst und den toten Körper sieht.
  3. Die TV-Fassung ist auch um Szenen gekürzt, die mit der historischen Figur von Elser wenig zu tun haben – auch wenn sie in eine fiktionale Aufarbeitung passen. So fehlt die Szene am Bodensee, in der Elser – obwohl mit seiner Freundin dort und sichtlich glücklich, eine andere junge Frau verführt.
  4. Weitere Szenen, die gekürzt wurden sind z.B. das Erproben der Sprengzünder an einem Baum im elterlichen Garten.“

Dieses von Friedemann Schuchardt konzipierte  Bildungspaket enthält zahlreiche Begleit- und Arbeitsmaterialien für Unterricht und außerschulische Bildungsarbeit.

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Der Film (TV-Fassung) steht über das Portal Merlin des NLQ für die Bildungsarbeit in Niedersachsen online zur Verfügung und kann hier abgerufen werden.

Das Heft ist gedacht für Lehrer und Schüler in allgemeinbildenden Schulen und Berufsschulen, auch in der Erwachsenenbildung

ELSER ist ein Beitrag zum Geschichts- und Politikverständnis im Jubiläumsjahr des Kriegsendes. Der
Film stellt einen klar umrissenen Ausschnitt im Blick
auf das historische Geschehen vor und zu Beginn des
Zweiten Weltkrieges dar. Er fordert zur Diskussion im
heutigen gesellschaftlichen Kontext von Krieg, Diktatur,
Widerstand, Vertreibung und Flucht heraus.

Produzentenpreis des Bayerischen Filmpreises für die „Beste Produktion“ (2015)

 

Film über Hitler-Attentäter Georg Elser gewinnt Hauptpreis

Gleich zwei mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnete Filme beschäftigen sich mit dem Dritten Reich. Den Ehrenpreis erhielt der Kameramann Gernot Roll
Der Film „Elser – Er hätte die Welt verändert“ über den Hitler-Attentäter Georg Elser ist im Münchner Prinzregententheater mit dem Hauptpreis des Bayerischen Filmpreises ausgezeichnet worden. Die Produzenten Oliver Schündler und Boris Ausserer erhielten die mit 200.000 Euro am höchsten dotierte Auszeichnung des Abends. Sie wurde von Elsers Neffen Franz Hirth überreicht, der von seinen Erinnerungen an die Zeit berichtete, als sein Onkel versuchte, Hitler zu töten.

Zeit Online 16. Januar 2015

Das alles darf Kino, wenn es sonst nur gut ist

Fast hätte der Abend des 8. Novembers 1939 die Historie verändert. Oliver Hirschbiegels „Elser“ verzwergt die Geschichte des Hitler-Attentäters zum Dorfmelodram.

Peter von Becker, in:  DER TAGESSPIEGEL 13. Februar 2015

Ein einsamer deutscher Held

Oliver Hirschbiegel hat das verklärende Hitler-Porträt „Der Untergang“ verbrochen, er hatte also viel gutzumachen. Das gelingt ihm mit „Elser“. Der Film über den gescheiterten Hitler-Attentäter zeigt rücksichtslos das deutsche Mitläufertum.

Benjamin Moldenhauer, in:  SPIEGEL ONLINE 12. Februar 2015 (externer Link)

Der Mann, der Hitler fast in die Luft gejagt hätte

Ein Schreiner aus Schwaben mag kein Brot mit Hakenkreuzen. Er fährt nach München, um Adolf Hitler zu töten. Oliver Hirschbiegel hat das Leben des Widerstandskämpfers Georg Elser verfilmt.

Barbara Möller, in: DIE WELT 12. Februar 2015 (externer Link)

Kritik zu Elser

Der ganz gewöhnliche Faschismus oder 13 Minuten, die die Welt verändert hätten: Oliver Hirschbiegel hat nach einem Drehbuch von Fred und Léonie-Claire Breinersdorfer das Leben – und Sterben – des Hitler-Attentäters Georg Elser verfilmt.

Ein unbequemer Held

Für einen Hitler-Attentäter war Georg Elser lange ziemlich unbekannt. Oliver Hirschbiegel will das mit seinem Film ändern

Andreas Busche, in: fluter.de – 09.04.2015 (externer Link)

Ein freier Mensch

Oliver Hirschbiegel zeigt in seinem neuen Film den Hitler-Attentäter Georg Elser als den kleinen Jedermann, der er war. Damit verleiht er dieser ungewöhnlichen Heldenerzählung nachhaltig verstörende Kraft.

Jan Schulz-Ojala, in: DER TAGESSPIEGEL 09.04.2015 (externer Link)

Georg Elser – der einzelne und seine (Ohn)Macht

Hinweise, dringende Fragen und radikale Vorschläge anlässlich des Films

Einige Szenen, einige Aussagen, kann niemand vergessen, der oder die den Film ELSER (mit Christian Friedel in der Hauptrolle) gesehen hat. Diese Szenen/Aussagen/Bilder bleiben im Gedächtnis, das ist wohl das Beste, was man von einem kinofilm sagen kann. Sie werden weitere Diskussionen und hoffentlich auch Veränderungen in der deutschen Erinnerungs-Kultur auslösen.

Religionsphilosophischer Salon – Christian Modehn – 27. APRIL 2015

 

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