Der Untertan – Filmverbot in der BRD in den 50er Jahren

Verbote passen gut zum Untertan. Es ist als ob sie in seiner Nähe wachsen wie realistisches Unkraut auf der nahrhaften Satire.
Abendpost 24.03.1957, zitiert nach: Michael Grisko: DEFA-Geschichte in Filmen. 


Zensurgeschichte Roman und Film

Aus Angst vor der Zensur zensierte man den Roman. [1914, kurz nach Kriuegsbeginn]

37 Jahre später, 1951 fiel die Verfilmung des Romans schon wieder unter die Zensur, und zwar im „freien“ Teil Deutschlands, in Westdeutschland.

Die Truman-Doktrinvom vom 12. März 1947 bedeutete das Ende der amerikanischen Nachkriegskoalition mit der Sowjetunion und markierte den Beginn des Kalten Krieges.

Das Nest zerfiel in zwei Teile und mit ihm auch die gemeinsame historische Verantwortung. So hatte jeder Teil die einmalige Gelegenheit, sich über den Schmutz im anderen Teil so heftig zu empören, dass er zur Beseitigung des eigenen wenig Zeit fand (Staudte in: Ludin 1996: 85f).

Es sieht so aus, als hätten sich die beiden deutschen Staaten in Untertanen-Manier ihren beiden jeweiligen Machthabern gebeugt. Nach dem anfänglichen liberaleren Klima im Osten wurde es da ab 1950 etwas schärfer. Man wollte nicht mehr den kritischen Blick fördern, sondern denjenigen, der zu einem Neuen Menschen umerzieht.(…)

In Westdeutschland reagierten offizielle Stellen völlig ablehnend auf den Film. Seine Premiere fiel in die schlimmste Zeit des Kalten Krieges, in der Ost und West die Kultur der jeweils anderen Seite nur abschätzig und hämisch – in der Wortwahl der antagonistischen Blockmächte – zur Kenntnis nahmen.

⇒ Mehr dazu in „Der Untertan–Reflex und Reaktion. Staudtes Filme im unmittelbaren Nachkriegsdeutschland“

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