Wem gehört die Welt (nicht)? – Arbeiteralltag am Ende der Weimarer Republik

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist Frieda23.jpgFilme, die sich kritisch mit der sozialen Wirklichkeit und dem Arbeiteralltag in der Weimarer Republik auseinandersetzten, waren gegenüber dem Massenangebot des Unterhaltungskinos zahlenmäßig in der Minderzahl. Das lag zum Einen an den eingeschränkten Produktionsmöglichkeiten, denn im Rahmen der Filmindustrie konnten nur mit großen Schwierigkeiten Filme realisiert werden, die die bestehenden Verhältnisse in Frage stellten. Als klassisches Beispiel massiver Versuche seitens der Filmindustrie, auf den Inhalt eines Films Einfluss zu nehmen, kann die Verfilmung der „Dreigroschenoper“ von Brecht/Weil gelten Brecht hat diese Vorgänge wegen ihres prinzipiellen Charakters in einer Dokumentation verarbeitet. Aber auch Filme wie „Berlin-„Alexanderplatz“ von Pile Jutzi oder der erwähnte Film  „Die Abenteuer eines Zehnmarkscheins“ von B. Viertel kamen nicht ungeschoren davon. Trotz diese Schwierigkeiten konnten Filme entstehen, die zumindest partiell demokratische Positionen formulierten und sozialen Probleme thematisierten.

Aus: Die Weimarer Republik, S. 493


Die Filme

Beiträge und Dokumente


Sozial- und Gesellschaftskritik im Film. Dort wo es gelungen war, eigene Organisationen zu gründen, war die Chance größer, gesellschaftskritische Filme zu schaffen. Aber es dauerte sehr lange, bis in den Organisationen der Arbeiterbewegung die Bedeutung des Films erkannt und anerkannt wurde.

„Die Stellung der Arbeiterbewegung zum Film hat sich in den letzten Jahren geändert. Die Genossen der Vorkriegszeit kannten fast nur den Kulturfilm; der Spielfilm war in dieser Zeit in einem inhaltlich armen und äußerlich dummen Zustande. Erst der „Potemkin“, dieser große starke Revolutionsfilm, brachte den Film stärker in unsere Diskussion hinein.“ (Alfred Kern: Filme der SPD. In: Kulturwille, Jg. 1930, Heft 7/8, S. 132)

Diese Filme unterlagen dabei häufig einer politisch motivierten konservativen Zensur und wurden nicht selten massiv gewalttätig von der politischen Rechten bekämpft. 

Stummfilmdrama aus dem Jahr 1929 von Phil Jutzi. Produziert wurde der Film von der Prometheus Film, einer deutschen Tochtergesellschaft der sowjetischen Firma Mezhrabpom-Film. Es zeigt die Grausamkeit der Armut und den Kommunismus als rettende Kraft, die Mutter Krause und das Kind, das in Krauses Wohnung wohnt, leider zu spät erreicht.

In der Tradition des deutschen Arbeiterfilms der Weimarer Republik ein Drama um Not und Abtreibung. Statt der Strafverfolgung bei Schwangerschaftsabbruch forderte er eine humane Gesetzgebung und trat für das Selbstbestimmungsrecht der Frauen ein.1933 mussten Autor wie Hauptdarstellerin emigrieren, der Regisseur wurde 1942 vergast. Nach dem gleichnamigen Theaterstück von des Arztes, Schriftstellers und Politikers Friedrich Wolf.

Der Film handelt von einer Minenkatastrophe, bei der deutsche Bergleute französische Bergleute aus einem unterirdischen Feuer und einer Explosion retten. Die Geschichte spielt in den Regionen Lothringen-Saar, entlang der Grenze zwischen Frankreich und Deutschland. Es basiert auf einem der schlimmsten Industrieunfälle der Geschichte, der Grubenkatastrophe von Courrières im Jahr 1906 im französischen Courrières, bei der die Rettungsbemühungen nach einer Kohlenstaubexplosion durch den Mangel an ausgebildeten Bergwerksrettern behindert wurden. Expertenteams aus Paris und Bergleute aus dem westfälischen Raum kamen den französischen Bergleuten zu Hilfe. Es gab 1.099 Todesfälle, darunter Kinder

Spielfilm aus dem Jahr 1932 über Arbeitslosigkeit, Obdachlosigkeit und linke Politik in der Weimarer Republik. Das Drehbuch wurde von Bertolt Brecht konzipiert und geschrieben. Er leitete auch die Abschlussszene: eine politische Debatte zwischen Fremden in einem Zug über den Weltkaffeemarkt. Der Film wurde von Slatan Dudow inszeniert. Die Filmmusik wurde von Hanns Eisler komponiert.

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Kurz-Dokumentarfilm aus dem Jahr 1930 von Slatan Dudow, einem der wichtigsten kommunistischen Filmemacher. Der Film gehört zu den Frühwerken des „proletarischen Reportagefilms“ und zeigt die dramatischen Wohnverhältnisse in den Berliner Mietskasernen und Elendsvierteln.


Der Film „Linden – Ein Arbeiterlied“  entwirft mittels Zeitzeugeninterviews ein Panorama der Lebensbedingungen im Arbeiterstadtteil Linden während der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts. Neben der Alltagsgeschichte, der Armut und Beengtheit in den Wohnquartieren, thematisiert der Film den sozialen Zusammenhalt und die Politisierung der Arbeiter bis zur Zäsur der nationalsozialistischen Machtübernahme im Jahr 1933.
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Ein Beitrag, der zur Auseinandersetzung mit der Sozialgeschichte Hannovers gedacht war. Die filmische Umsetzung der ursprünglichen Ton-Dia-Reihe ist eine sog. „Faction-Story“. In einer konstruierten Alltagsgeschichte werden die fiktiven Erlebnisse der Angestellten Frieda und ihrer Familie und Freunde erzählt und visualisiert. Diese Erlebnisse, Begegnun­gen und Erfahrungen vermitteln zugleich ein Stück Alltagskultur und Arbeiterleben am Ende der 20er Jahre in Hannover.
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