Hannover 1949-1950

Inhalt

Zunächst werden Bilder des Vorkriegs-Hannovers gezeigt, daran anschließend das Resultat des Zweiten Weltkrieges, die Trümmerlandschaft Hannovers. Sodann werden der Beginn und die einzelnen Schritte des Wiederaufbaus bis Ende 1950 rekapituliert: Räumarbeiten, die Herstellung von Bausteinen aus Trümmermaterial, der Planungs-Wettbewerb für den Aufbau der Innenstadt, der Beginn des Wohnungsbaus sowie der Neubau bzw. die Wiedererrichtung des Stadtkerns und von zentralen und bedeutsamen hannoverschen Gebäuden wie der Niedersachsenhalle, dem Funkhaus, der Marktkirche, dem Kuppelsaal, dem Opernhaus etc. Dazwischen sind Bilder vom Handels-, Sport- und Kulturleben zu sehen: Von der Industriemesse, vom Sechs-Tage-Rennen, von Maschsee-Regatten, von Ballett und Gartentheater in Herrenhausen.

 


Filmansicht in der Mediathek des Filminstituts

Der Film ist neben 6 weiteren Dokumentationen auf der DVD „ZWEITER WELTKRIEG UND WIEDERAUFBAU“ der Edition Hannover-Filme enthalten.
Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist Hann49-Standbilder.jpg

Produzent: Heinz Koberg
Länge: 22 Min.
Originalformat: 16 mm, sw, stumm

 

Zum Film

,,Hannover 1949/50″war eine Auftragsproduktion der Stadt Hannover. Er ist der erste einer Reihe von in den 1950er Jahren nahezu jährlich gedrehten „Wiederaufbau-Filmen“, die Heinz Koberg bis 1960 in und über Hannover drehte.

Der Film wurde im 16mm-Format als Stummfilm gedreht. Die letzte erhaltene Kopie wurde von uns im Jahr 2004 als lnternegativ gesichert. Zusätzlich wurde eine digitale Abtastung beaufiragt, die die Vorlage für diese DVD darstellt. Für die Präsentation des neu herausgegebenen Films hat der Stummfilmkomponist Wolfgang Zettl die Musik komponiert.

 

Der Regisseur

Heinz Koberg (1914 –2013) gilt als der wichtigste Bild-Chronist und Dokumentarfilmer der hannoverschen Nachkriegszeit.
Nach dem 2. Weltkrieg arbeitet er zunächst als Reporter bei der Hannoverschen Presse und später auch für die HAZ. Koberg dokumentiert in Zehntausenden Fotos den Wiederaufbau und das Geschehen in Stadt und Landkreis. Im Auftrag des städtischen Presseamtes produziert er von 1949 bis in die 60er Jahre regelmäßig Filmdokumentationen über den Wiederaufbau.

 

Nr.
Inhalt
Länge
Zeit im Film
0
Titelei
0.10
0.00 – 0.10
1
In einem Hannover-Bildband blätternde Hände zeigen das alte, das Vorkriegs-Hannover
0.27
0.10 – 0.37
2
Mittels Zeitungsausschnitten aus der NS-Zeit wird die Zerstörung durch den Bombenkrieg vermittelt
0.06
0.37 – 0.43
3
Das Ergebnis des Krieges: Ruinenlandschaften
0.34
0.43 – 1.27
4
Plakate rufen zum Wiederaufbau auf
0.08
1.27 – 1.35
5
Vorarbeiten des Wiederaufbaus: Wiederverwendbarmachung von Trümmersteinen, Räumarbeiten; durch Vergleichsbilder veranschaulichter Erfolg der Räumarbeiten
1.03
1.35 – 2.38
6
Fertigung der aus zermahlenen Trümmern hergestellten Hohlblocksteine
0.53
2.38 – 3.31
7
Wettbewerb für die Neuplanung der Innenstadt: Zeitungsausschnitts-Titel vekünden einzelne Schritte, Preisrichter begutachten Entwürfe
0.20
3.31 – 3.51
8
Vordringlichstes Thema: Wohnungsbau; zuerst werden Notunterkünfte gezeigt, dann Bauarbeiten, schließlich neue Wohnbausiedlungen in Kleefeld, Scheelenkamp, Herrenhäuser Str., Mittelfeld, Wichernstraße, in der Südstadt (Krausenstr.), in der Oldekopstr.,An der Tiefenriede
3.20
3.51 – 7.11
9
Filmische Impressionen von der neu erbauten Volksschule Martensplatz (Ricklingen)
0.28
7.11 – 7.29
10
Neubau der Niedersachsenhalle mit anschließender Eröffnungsfeier
0.25
7.29 – 7.54
11
Wiederaufbau des Stadtkerns
3.21
7.54 – 11.15
11a
Wiederaufbau des Café Kröpcke: Vorkriegs-Café, Provisorium Zelt-Café, Neubau
0.32
7.54 – 8.26
11b
Stadtkern, im Mittelpunkt Europahaus als Symbol des Neuanfangs
0.56
8.26 – 9.22
11c
Neugestaltung der Straßenbahn-Haltestelle bzw. des ÖPNV-Knotenpunkts Kröpcke
0.29
9.22 – 9.51
11d
Die neue Karmarschstraße
0.16
9.51 – 10.07
11e
“Nächtliche Farbsymphonie“: Mittels Mehrfachbelichtungen und Überblendungen diverser Leuchtreklamen kunstvoll montierte Impressionen von der City bei Nacht
0.11
10.07 – 10.18
11f
Ernst-August-Platz und Hauptpostamt; Schäferdamm und Stadtsparkasse am Steintor
0.57
10.18 – 11.15
12
Baubeginn Funkhaus am Maschsee : Arbeiten mit Dampframme
0.12
11.15 – 11.27
13
Neubauten von Geschäftshäusern in Innenstadt
0.34
11.27 – 12.01
14
Haus der Jugend, Haus des Sports u.a. in der Maschstraße und im Bereich Aegidientorplatz
0.45
12.01 – 12.46
15
Vorher-/Nachher-Vergleichsbilder aus der Innenstadt zeigen den erreichten Baufortschritt
0.47
12.46 – 13.33
16
Wiederaufbau der Marktkirche
0.51
13.33 – 14.24
17
Errichtung des Kreuzkirchen-Wohnviertels
0.25
14.24 – 14.49
18
Messestadt Hannover: Verkehr zur Messe, Eröffnung der Messe-Straßenbahnlinie, Eröffnung der Messe mit Ministerpräsident Hinrich Wilhelm Kopf; Messeimpressionen 1950; Sechs-Tage-Radrennen als Beiprogramm zur Messe
1.42
14.49 – 16.31
19
Maschsee: Wiedereröffnung des Schiffsverkehrs, Strandbad Maschsee, Segelboote, Ruder-Meisterschaften
0.52
16.31 – 17.23
20
Motorrad-Rennen in der Eilenriede
0.18
17.23 – 17.41
21
Restaurierung des Kuppelsaals
0.36
17.41 – 18.17
22
Herrenhäuser Gärten: Kriegsschäden, Wiederherstellung, Impressionen aus dem Großen Garten, Ballett im Gartentheater, Trachtengruppe
0.54
18.17 – 19.11
23
Wiederaufbau des Opernhauses: Kriegsschäden, Finanzierung durch Tombola (Losverkauf), Bauarbeiten; Einweihungsfeier, unter den Rednern auch Stadtbaurat Rudolf Hillebrecht
2.16
19.11 – 21.27
24
„Ende“
0.06
21.27 – 21.33

 

Was weiß man über die Entstehung und die Bedeutung von Medien, über die Absichten und Überzeugungen der Hersteller?

Was wir durch die Bilder im Film hervorgehoben?

Erzählt der Film eine Geschichte? Wenn ja, welche?

Heinz Koberg, der Autor und Regisseur, fordert an einigen Stellen die Zuschauer auf zu vergleichen. Hier sind noch einmal die dazugehörigen Bilder:

Vergleicht die Bilder! Was fällt euch dabei auf?

Was meint Ihr, war die Absicht, die Koberg mit seiner Aufforderung im Film verfolgt hat?

Wege aus dem Chaos – Materialien zur hannoverschen Nachkriegsgeschichte

Hier findet Ihr Dokumente und Beiträge zu zahlreichen Aspekten der hannoverschen Nachkriegsentwicklung

Filmwirkung – damals

Stellt Vermutungen darüber an, wie der Film auf die Zuschauer um 1950 gewirkt haben könnte und begründet diese unter Bezug auf Filmbilder/Filmsequenzen!


Filmwirkung – heute

1. Bewertet ganz persönlich, wie der Film auf euch gewirkt hat!

2. Führt die Einzelergebnisse zusammen und diskutiert das Gruppenergebnis!


3. Was wisst Ihr, nachdem ihr den Film gesehen und diskutiert habt, über Hannover, was Ihr vorher nicht gewusst habt?

Einsatz im Geschichtsunterricht

Das folgende Beispiel zeigt, wie der Film zur Veranschaulichung und thematischen Orientierung innerhalb einer größeren Unterrichtseinheit eingesetzt werden kann (realisiert im Mai 2005 von Stefan Helge Kern). In diesem Fall wird nur der ca. dreiminütige Anfang des Films benutzt.


Übersicht

Thema der übergeordneten Unterrichtseinheit: Vom Kriegsende zur doppelten Staatsgründung
Thema der Unterrichtsstunde: Die Lebensbedingungen in Hannover nach dem Krieg als thematischer Einstieg in die Unterrichtseinheit
Kurzbeschreibung und Lernziele: Die Schülerinnen und Schüler gewinnen eine Vorstellung vom Ausmaß der Zerstörung in Hannover und bilden davon ausgehend Hypothesen über die Umstände und Probleme des Lebens unter solchen Bedingungen. An die Problematisierung mit Hilfe des Filmmaterials wird eine intensive Quellenarbeit zur Bestätigung, Widerlegung bzw. Ergänzung der Hypothesen angeschlossen. Hier bietet sich die Arbeit mit Zeitungen an.
Lerngruppe: Geschichte, 10. Klasse, Gymnasium

Didaktisch-methodische Überlegungen

Der etwa dreiminütige Anfang des Dokumentarfilms „Hannover 1949-50“ zeigt in einer Abfolge von wenigen Einstellungen Hannover vor dem Krieg, die Zeit der Luftangriffe, die Ruinen und den mit der Trümmerräumung beginnenden Neuaufbau. Der Film schlägt somit die Brücke von der Vor- bis zur Nachkriegszeit. Die Schülerinnen und Schüler erhalten damit eine thematische Orientierung und bekommen ein Bild vom Ausmaß der Zerstörung der Stadt. Wären im Film nicht die Menschen zu sehen, die mit der Trümmerräumung beginnen, könnte man meinen, dass in so einer Stadt kein Mensch leben kann. Vor diesem Hintergrund bilden die Schülerinnen und Schüler Hypothesen über die Lebensbedingungen und Probleme in der Stadt. Eventuell können sie diese Hypothesen durch die Erfahrungen von Verwandten und Bekannten, die nach dem Krieg in Hannover gelebt haben, ergänzen.

Die Präsentation des Films mit einem Videobeamer weckt das Interesse der Lerngruppe, bündelt die Aufmerksamkeit und markiert deutlich den Stundenbeginn. Alternativ können die Schüler den Film auch in Partnerarbeit in einem Computerraum von der Website herunterladen und anschauen. Nach der Vorführung des Filmausschnitts sollen die Schülerinnen und Schüler ihre Eindrücke formulieren. In dieser Phase können sich auch leistungsschwächere Schüler gut beteiligen. Den Filmaufbau können vermutlich nur leistungsstärkere Schüler prägnant charakterisieren und zusammenfassen. Die Lehrperson sammelt und fixiert die Hypothesen über die Lebensumstände in der Stadt. Gegebenenfalls wird die Sammlung durch Schülervorträge ergänzt.

Verlauf der Unterrichtsstunde
Unterrichtsphase Medien / Arbeitsaufgaben

Einstieg

Film „Hannover 1949-50“ (3 Minuten, entspricht 0-5 im Sequenzprotokoll): Hannover vor dem Krieg; Luftangriffe; Trümmerlandschaft; Trümmerräumung; Neuaufbau

– Formuliert Eindrücke und Beobachtungen.
– Beschreibt Inhalt und Aufbau des Films.
– Stellt Vermutungen über die Lebensbedingungen und die dringendsten Aufgaben in der gesehenen Situation an.
– Hypothesen zur weiteren Überprüfung auf Folie fixieren

Anknüpfung, Wiederholung

– Bezieht die Ergebnisse der Potsdamer Konferenz ein: Wiederholt die politischen Rahmenbedingungen des Lebens im Nachkriegsdeutschland.

evtl. Kurzreferate

– Vorangegangene Hausaufgabe: Befragt Angehörige, die nach dem Krieg in Hannover gelebt haben, nach den Lebensbedingungen in der Stadt in den ersten Jahren nach dem Krieg.

Erarbeitung

– Überprüft die Hypothesen anhand der Quellen.

Präsentation, Ergebnissicherung

– Gegenüberstellung der Hypothesen und der Ergebnisse der Quellenarbeit

Hausaufgabe: Narrativierung

– Schlüpfe in die Rolle eines Journalisten Ende 1946. Erfinde ein Interview mit Oberstadtdirektor Gustav Bratke: Herr Bratke, beschreiben Sie doch einmal für unsere Leser die Lage der Hannoveraner.

Zeitgenössische Publikationen
  • Hannover. Landeshaupt- und Messestadt. Bausteine für den Wiederaufbau, Hannover 1947
  • Drei schwere Jahre: ein Bericht der Bauverwaltung der Hauptstadt Hannover für die Zeit vom Beginn der Besetzung (April 1945) bis zur Währungsreform (Juni 1948), Hannover (Städtisches Presseamt) 1948
  • Anpacken und vollenden: Hannover 1945-1949, hg. vom Städtischen Presse- und Kulturamt Hannover. Bearb. von Heinz Lauenroth und Hans von Gösseln, Zeichnungen von Heinz Knoke, Hannover 1949

 

 


Historische Themen


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