Der letzte Mann (1924)

Inhalt

„Ein alternder Hotelportier verrichtet seinen Dienst an der Tür des „Hotel Atlantic“ in Berlin. In seiner prächtigen Uniform, mit stattlichem Schnurrbart und jovialem Lächeln begrüßt er dort die Gäste. Als er eines Tages beim Abladen eines schweren Koffers einen Schwächeanfall erleidet, wird er vom Hoteldirektor mit Verweis auf sein hohes Alter in die Herrentoilette versetzt. Ein Jüngerer nimmt seinen Platz ein. Der Portier verkraftet diese Demütigung nicht. Des Nachts entwendet er seine alte Uniform und führt nun ein Doppelleben: Tagsüber verrichtet er traurig seinen Dienst in der Hoteltoilette. Nach Feierabend zieht er sich heimlich die Uniform an, um seiner Familie und seinen Nachbarn vorzuspielen, es sei alles wie früher. Doch der Schwindel fliegt bald auf und Familie und Nachbarn wenden sich von ihm ab. Die Welt des Portiers bricht endgültig zusammen, nur der Nachtwächter des Hotels schaut noch nach ihm.

Die Geschichte erhält am Ende – nach einem Zwischentitel, in dem der „Autor“ sich halbironisch von Happy Ends distanziert – eine positive Wendung, als ein Hotelgast auf der Herrentoilette sterbend dem einstigen Portier sein gesamtes Vermögen vermacht. Der einst Gedemütigte kann nun als souveräner, gut gelaunter und großzügiger Gast im „Atlantic“ einkehren und den Nachtwächter zu einem Festmahl einladen, worüber sich die restlichen Hotelgäste, die die Geschichte in der Zeitung gelesen haben, köstlich amüsieren.“ (Wikipedia)

Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1924
Länge Orig. 2315 m (ca. 86 min.); restaurierte Fassung: 101 Minuten
Stab
Regie Friedrich Wilhelm Murnau
Drehbuch Carl Mayer
Produktion Erich Pommer
Musik Giuseppe Becce
Kamera Karl Freund
DarstellerInnen
  • Emil Jannings: Hotelportier
  • Maly Delschaft: seine Nichte
  • Max Hiller: ihr Bräutigam
  • Emilie Kurz: Tante des Bräutigams
  • Hans Unterkircher: Hotelmanager
  • Georg John: Nachtwächter
  • Hermann Vallentin: Bäuchiger Hotelgast
  • Olaf Storm: Junger Hotelgast
  • Emmy Wyda: Dünne Nachbarin

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Murnaus Film gehört zu den bedeutendsten künstlerischen Leistungen des Kinos in der Weimarer Republik, darüber hinaus zu den wenigen deutschen Filmen der zwanziger Jahre, die auch im europäischen Ausland und in den USA zu einem geschäftlichen Erfolg wurden. In die Geschichte der filmischen Innovationen ist „Der letzte Mann“ als ein besonderer Glücksfall eingegangen, dessen Entstehung sich der guten Zusammenarbeit des Ufa-Teams unter Produktionschef Erich Pommer verdankt; maßgeblichen Anteil an der visuellen und poetischen Kraft dieses Films hatten außer Murnau vor allem Carl Mayer als Drehbuchautor, der Kameramann Karl Freund und die Filmarchitekten Robert Herlth und Walter Röhrig. Als Musterbeispiel des deutschen „Großstadtfilms“ erregte er bezeichnenderweise gerade in Hollywood Aufsehen und Bewunderung – die amerikanischen Spezialisten erkundigten sich telegrafisch in Berlin, mit welcher Kamera gedreht worden sei und wo überhaupt eine urbane Szenerie wie in „Der letzte Mann“ existiere. Sie waren verblüfft, als sie erfuhren, daß sämtliche Szenen, auch die Außenaufnahmen, in den Kulissen und auf dem Gelände der Ufa in Babelsberg entstanden waren. ⇒ weiter


Dieser Text von Klaus Kreimeier ist in der deutschen Fassung zuerst in der filmzentrale erschienen – ursprünglich in französischer Übersetzung veröffentlicht vom Goethe-Institut Lille, 1996

Ungeachtet dieser Neuerungen, die primär von filmhistorischer Bedeutung sind, überzeugt Der letzte Mann vor allem durch seine gesellschaftskritische Thematik- inspiriert von Gottfried Kellers Novelle „Kleider machen Leute“, stellt Murnau die Bedeutung von Äußerlichkeiten für gesellschaftliches Anerkennung dar – der Hotelportier definiert seine Position in der Gesellschaft in erster Linie über seine Uniform und der für ihn damit verbundenen Privilegiertheit gegenüber seinem sozialen Umfeld, d.h. den Nachbarn und der eigenen Familie. ⇒ weiter

aus: Falko Fröhner: film-rezensionen.de – Samstag, 8. Oktober 2011

Interaktives Bildungspaket zum Filmemacher F. W. Murnau

Das vom Verein NEUE WEGE DES LERNENS e. V. erstellte Bildungspaket enthält umfangreiches interaktives Aufgaben- und Informationsmaterial zu Murnaus Leben, Werk und Filmsprache.

Das interaktive Bildungspaket beschäftigt sich mit den Themen:

  • Leben und Werk Murnaus
  • Themenschwerpunkte in Murnaus Werk
  • Die entfesselte Kamera
  • Bildkomposition und Kameraperspektiven
  • Zwischentitel im Stummfilm
  • Viragierung, Schatten und Licht
  • Okkultistische und religiöse Symbole.

DER LETZTE MANN ist dabei häufig Gegenstand der filmanalytischen Ausführungen, so z.B. bei den Themenschwerpunkten Bildkomposition, Licht und Schatten, Die entfesselte Kamera, Zwischentitel

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